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2. Bundesliga, Saison 2005/06

Trotz des Ligaverbleibs stand die neue Führungsriege vor einem Scherbenhaufen. In Windeseile leitete das neue Präsidium alle nötigen Schritte für das Lizensierungsverfahren ein und schaffte es - die Lizenzauflagen waren in kürzester Zeit erfüllt und der Neubeginn konnte endgültig vonstatten gehen. Petrik Sander - nach dem erfolgreichen Klassenerhalt bekam er das Vertrauen der Fans und Vereinsführung - veränderte den Kader grundlegend. Er reduzierte die Anzahl der Spieler und baute um ein festes Gerippe von Leistungsträgern eine nahezu neue Mannschaft mit geringem Leistungsgefälle. Die Lausitz hatte schnell wieder Gefallen an seiner Elf gefunden. Kritisch hinterfragte Neuzugänge wie Francis Kioyo oder Sergiu Radu, dazu der unzähmbare Heimkehrer Kevin McKenna, wuchsen schnell zu Leistungsträgern. Schnell setzte sich Energie im oberen Tabellendrittel fest und überzeugte wie nie zuvor im Profifußball in fremden Stadien. Der ehemals gern gesehene Gast aus Cottbus war am Ende die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga. Bezeichnend, dass man die 40-Punkte-Grenze auswärts überschritt, bereits 10 Spieltage vor Saisonende.
Die Pflicht war erfüllt, die Kür konnte kommen. Die Lausitzer bissen sich durch, verloren in der gesamten Rückrunde nur drei Spiele und punkteten dabei gegen die gesamte Aufstiegskonkurrenz. Drei Spieltage vor dem Ende - Dynamo Dresden war zu Gast im Stadion der Freundschaft - hätte Energie die Weichen auf Bundesliga stellen können. Am Ende wackelten die Rot-Weißen vor der eigenen Courage, behielten beim 0:0 mit Glück einen Punkt in Cottbus.
Den nächsten Matchball vergab die Sander-Elf in Offenbach. Während die Kickers mit einem 2:0-Sieg den eigenen Klassenerhalt feierten, hätten 2.000 mitgereiste Energie-Fans zu gern in die Köpfe ihrer Profis geschaut. Erneut zitterte sich das Team übers Feld, der Glaube in die eigenen Fähigkeiten war wie weggeblasen.
Vor dem 34. und letzten Spieltag stand Energie noch immer einen Punkt vor der Konkurrenz auf Platz 3 der Tabelle. Ein Sieg gegen zuletzt desolate Münchner Löwen sollte also für den Aufstieg reichen. Die Woche vor dem Spiel rauften sich Verein und Fans zusammen, denn diese Chance wollte sich keiner mehr nehmen lassen. Teammanager Petrik Sander betrieb behutsame Seelenmassage und als die Mannschaft am 14. Mai pünktlich um 15 Uhr auf dem Platz des ausverkauften Stadion der Freundschaft stand, war es wieder eine unbekümmerte vor Kraft strotzende Elf, angefeuerte und aufgepeitscht von tausenden Kehlen. Gegner 1860 München wusste in der Anfangsviertelstunde nicht wie ihm geschah, und auch als die Bayern nach einem Konter mit 1:0 in Führung gingen - diese wilde Cottbuser Elf war nicht zu bändigen. Noch vor der Pause traf Greg Berhalter per Handelfemter zum 1:1, nach der Halbzeit überrollten willensstarke Cottbuser den Gegner und siegten hochverdient mit 3:1. Energie war zurück in der Bundesliga, Cottbus feierte gleich mehrere Tage hintereinander seine Mannschaft - und freute sich einen Sommer lang auf Sanders "gallisches Dorf", das die Großen erneut in der Bundesliga ärgern will.

  


Torgefährlich - Verteidiger Kevin McKenna erzielte 10 Saisontore - gleich zweimal gelangen ihm drei Treffer in einem Spiel.


Mit 12 Toren war Sergiu Radu der beste Energie-Torschütze.


Grund zum Jubeln. Nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit steigt Energie erneut in die Bundesliga auf.

     
Fakten:
  • Neuzugang Kevin McKenna und Torhüter Tomislav Piplica stehen in allen 34 Spielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz.
  • 12 Tore erzielte Sergiu Radu - seit 1999/2000 (damals Labak, 15 Toren) schaffte das kein Energie-Spieler mehr
  • drei Treffer in einem Spiel - das gelingt Kevin McKenna gleich zweimal (4:2 in Siegen, 3:1 in Saarbrücken)
  • doppelt treffen Kioyo (2:2 in Bochum), Da Silva (3:2 bei 1860 München) und Radu (2:0 gegen Rostock)
  • Energie verliert nur drei der 17 Auswärtsspiele - im heimischen Stadion gehen allerdings 5 Partien an die Gäste
  • Am 34. Spieltag ist das Stadion der Freundschaft gegen 1860 München mit 22.450 Zuschauern erstmals seit dem Umbau ausverkauft.
  • von sechs Elfmetern verschießt Energie drei (Berhalter, Rost, Radu) - zweimal verwandelt Berhalter, einmal Rost

 

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